Archiv für Dezember 2007

Kommentar aus dem Westanzeiger von Ingrid Schattberg: MdK - Mit der Keule

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Grund oder grundlos? Warum die steten Prüfungen im Marienhaus? Der Grund arbeitet im Marienhaus….
Georg Bonerz, Geschäftsführer, ist ein “Quälgeist”. Er kämpft unermüdlich gegen das völlig überforderte Pflegesystem. Gegen den Bürokratiewahnsinn! Der 58-Jährige ist ein furchtloser Ankläger und unbeugsamer Anwalt all jener, die in seine “Hände” gegeben werden.
Ein Unruhestifter? Er rüttelt immer wieder auf mit Nachdenkaktionen wie “Missstände in der Pflege”. Er hält nicht die Klappe, und er hält nichts von SSS-Pflege: Satt, sauber, sediert. Deshalb ein Querulant, Quertreiber für den MDK? Schließlich haben die Marienhaus-Geschäftsführer 57 Widersprüche, Höhereinstufungsanträge derzeit gegen den MDK laufen. 34 landeten beim Sozialgericht. Streitwert 350.000 Euro. Klartext: Heimbewohner werden niedriger eingestuft, das Heim leistete mehr: Menschenwürdige Pflege für Personen.
Natürlich muss Heim-Kontrolle sein. Mehr Sicherheit auf allen Seiten. Wenn Kontrolle, dann bei allen staatlichen Einrichtungen! Davon haben wir allein in Essen 71. Und in Deutschland? 25 % sahen in elf Jahren (!) noch nie den MDK. Grund? Weil diese Heime die Keule treffen würden. Konkret: Sie müssten bei genauerer Hinsicht zumachen!

Auszug aus dem Westanzeiger vom 12.Dezember 2007: SELTSAME BESCHERUNG IM MARIENHAUS IM WESTEN

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen und seine “dauernden” Dienste

Alle Jahre wieder kommt das - nein, nicht das Christuskind, unverhofft ins Marienhaus, Ottilienstraße, sondern der Medizinische Dienst (MDK). Unangekündigt. Die Heimleitung kriegt dabei kein schlechtes Gewissen, doch wiederum hat die Prüfung einen heißen Haken….

Gleich vier Tage, vom 19. bis 23. November, wurde wieder mal das Heim auf “Herz und Nieren” geprüft. Wobei die Untersuchung vom Selbsthilfeverband für menschenwürdige Pflege angekündigt wurde….
Aber noch warm waren die “Klinken”, kam der MDK ins Marienhaus; im Rahmen einer unangekündigten Prüfung, statthaft laut § 80 Sozialgesetzbuch 11, initiiert vom Landesverband AOK, Düsseldorf. So weit, so gut. Ja, auch voriges Jahr wurde das Haus schon quasi vom MDK “auf den Kopf gestellt”. Befund: Keine besonderen Vorkommnisse.
Doch dieses Jahr wuchsen aus einem vorgesehen Prüfungstag gleich zwei Tage. Ergebnis? “Ein Abschlussgespräch fand gar nicht statt. Völlig ungewöhnlich. Nur eine Antwort: Es gäbe nichts zu sagen….”
“Mit unangekündigten Kontrollen seitens der Heimaufsicht und des MDK haben wir keine Probleme”, betonen Georg Bonerz und Hubertus Volmer, Geschäftsführer. “Aber warum gerade immer wieder bei uns in dieser Konzentration?”
Denn angeklopft für Prüfungen wird hier überhäufig. In vier Jahren dreimal durch den MDK, zweimal durch die Heimaufsicht. Obwohl die Heim-Einrichtung bereits auch zweimal durch eine akkreditierte Firma, EQ - Zert, zertifiziert wurde. Ferner guckte die Fachhochschule Bochum, Fachbereich Pflege, ein halbes Jahr hinter die Kulissen.
“Wie soll das alles weitergehen? Denn 25 % der staatlichen Einrichtungen in Deutschland sind seit dem 01.07.1996 noch nicht geprüft worden. Wenn schon, dann absolute Gleichbehandlung.”
Das alles kostet Knete. Heimaufsicht bezahlt der Steuerzahler, MDK wird aus den 1,8 % Pflegeversicherung bezahlt.
Fest steht, die Marienhaus-Geschäftsführer werden auf jeden Fall nun eine Anhörung beim Landesverband AOK, Düsseldorf, verlangen. “Egal, wie der Bericht nach der jetzigen Kontrolle ausfällt. Wir haben nämlich eine Menge zu sagen….”