Liebe Interessierte im Bereich der ambulanten und stationären Pflege:
Mittlerweile werden wir oft gefragt, aus welchem Grund wir die Nachdenkaktion ins Leben gerufen haben.
Der Auslöser dafür ist, wie bei vielen anderen ambulanten und stationären Institutionen auch, die große Einstufungsproblematik (bei uns im Haus, die letzten 80 neuen Bewohner), der Zuwachs an Bürokratie sowie die bundesweit feststellbare, resignative Einstellung zu diesen Missständen.
Unsere feste Überzeugung ist es, dass wir ein unkompliziertes Instrument brauchen, um auf diese vielfältigen Probleme aufmerksam zu machen.
Das Instrument heißt „Nachdenkaktion“ – es handelt sich dabei um ein gemeinsames Forum für koordinierte und bundesweite Einzelaktionen, wie zum Beispiel die erfolgreiche Nachdenkstunde am 1.September 2005.
Wir wollen Signale aussenden, um die Pflegeproblematik in Deutschland ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken - ohne wenn aber. Wir wollen ein Problembewusstsein dafür schaffen.
Das Ziel liegt auf der Hand: Es geht um vielfältige Veränderungen, insbesondere im Hinblick auf den Bürokratieabbau und den Umgang mit der Einstufungsproblematik. Letztendlich wollen wir das
-Beste- für die Pflege und die Menschen, die dort arbeiten. Vor allem aber liegt uns das Wohl derer am Herzen, die tagtäglich auf uns vertrauen – unsere Bewohnerinnen und Bewohner.
Bisher haben sich in NRW schon sieben Einrichtungen mit ihren Mitarbeitern sowie über 1.750 Bewohner solidarisiert und öffentliches Gehör verschafft. Das Medienecho spricht für sich und kann auf dieser Homepage ständig verfolgt werden. Gerne veröffentlichen wir auch Ihre Aktionen und die dazugehörige Medienberichterstattung an dieser Stelle!
Offenbar hat die Aktion auch auf Verbands- und Landesebene bereits erste Aufmerksamkeit erregt und zu einer Belebung geführt, was beweist, dass es lohnend ist, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.
Wie geht es nun weiter?
Am 30.09.2005 werden alle, die sich bisher beteiligt haben, nochmals zu einer Nachdenkstunde in ihren Einrichtungen zusammenkommen (9:00-10:00 Uhr). Sind Sie auch dabei?
Am 30.09.2005, 15:30 Uhr laden wir alle bisher beteiligten Einrichtungen und Interessierte herzlich zu uns nach Essen in das Marienhaus ein.
Dort findet eine Lesung mit Markus Breitscheidel statt, der aus seinem Buch “Abgezockt und Totgepflegt, Alltag in deutschen Pflegeheimen?” lesen wird.
Anschließend findet eine kritische, offene Diskussion statt mit der Fragestellung, ob die Zustände, die Breitscheidel in seinem Buch beschreibt „bedauerliche Einzelfälle” sind und ob die Altenpflege in Deutschland nicht womöglich doch besser ist als ihr Ruf.
In einem weiteren Gedankenaustausch können wir dann auch noch über die gemeinsame Vorgehensweise im Hinblick auf die Nachdenkaktion sprechen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Kollegiale Grüße aus Essen
Georg Bonerz
und
Hubertus Volmer