Archiv für September 2005

Fernsehbeitrag WDR Lokalzeit, 01.09.05

Sonntag, 18. September 2005

Am 1. September 2005 hat die WDR Lokalzeit die Nachdenkstunde vor dem Marienhaus in Essen dokumentiert. Den Fernsehbericht können wir Ihnen an dieser Stelle zum Download anbieten:
Download MPG Video Datei (6,5 MB)

Es geht weiter! 2. Update vom 15.09.2005

Freitag, 16. September 2005

Liebe Interessierte im Bereich der ambulanten und stationären Pflege:

Mittlerweile werden wir oft gefragt, aus welchem Grund wir die Nachdenkaktion ins Leben gerufen haben.

Der Auslöser dafür ist, wie bei vielen anderen ambulanten und stationären Institutionen auch, die große Einstufungsproblematik (bei uns im Haus, die letzten 80 neuen Bewohner), der Zuwachs an Bürokratie sowie die bundesweit feststellbare, resignative Einstellung zu diesen Missständen.

Unsere feste Überzeugung ist es, dass wir ein unkompliziertes Instrument brauchen, um auf diese vielfältigen Probleme aufmerksam zu machen.

Das Instrument heißt „Nachdenkaktion“ – es handelt sich dabei um ein gemeinsames Forum für koordinierte und bundesweite Einzelaktionen, wie zum Beispiel die erfolgreiche Nachdenkstunde am 1.September 2005.

Wir wollen Signale aussenden, um die Pflegeproblematik in Deutschland ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken - ohne wenn aber. Wir wollen ein Problembewusstsein dafür schaffen.

Das Ziel liegt auf der Hand: Es geht um vielfältige Veränderungen, insbesondere im Hinblick auf den Bürokratieabbau und den Umgang mit der Einstufungsproblematik. Letztendlich wollen wir das
-Beste- für die Pflege und die Menschen, die dort arbeiten. Vor allem aber liegt uns das Wohl derer am Herzen, die tagtäglich auf uns vertrauen – unsere Bewohnerinnen und Bewohner.

Bisher haben sich in NRW schon sieben Einrichtungen mit ihren Mitarbeitern sowie über 1.750 Bewohner solidarisiert und öffentliches Gehör verschafft. Das Medienecho spricht für sich und kann auf dieser Homepage ständig verfolgt werden. Gerne veröffentlichen wir auch Ihre Aktionen und die dazugehörige Medienberichterstattung an dieser Stelle!

Offenbar hat die Aktion auch auf Verbands- und Landesebene bereits erste Aufmerksamkeit erregt und zu einer Belebung geführt, was beweist, dass es lohnend ist, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.

Wie geht es nun weiter?

Am 30.09.2005 werden alle, die sich bisher beteiligt haben, nochmals zu einer Nachdenkstunde in ihren Einrichtungen zusammenkommen (9:00-10:00 Uhr). Sind Sie auch dabei?

Am 30.09.2005, 15:30 Uhr laden wir alle bisher beteiligten Einrichtungen und Interessierte herzlich zu uns nach Essen in das Marienhaus ein.

Dort findet eine Lesung mit Markus Breitscheidel statt, der aus seinem Buch “Abgezockt und Totgepflegt, Alltag in deutschen Pflegeheimen?” lesen wird.

Anschließend findet eine kritische, offene Diskussion statt mit der Fragestellung, ob die Zustände, die Breitscheidel in seinem Buch beschreibt „bedauerliche Einzelfälle” sind und ob die Altenpflege in Deutschland nicht womöglich doch besser ist als ihr Ruf.

In einem weiteren Gedankenaustausch können wir dann auch noch über die gemeinsame Vorgehensweise im Hinblick auf die Nachdenkaktion sprechen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Kollegiale Grüße aus Essen

Georg Bonerz
und
Hubertus Volmer

Nachdenkaktion in Essen Steele

Donnerstag, 8. September 2005

Pflege braucht mehr Anerkennung und Unterstützung
Offensive im Ev. Altenzentrum Essen-Steele

Sie sind zwar nur ein paar Schritte weit auf die Strasse gegangen, die Bewohner und die Mitarbeiter des Ev. Altenzentrums Essen-Steele, aber sie haben sich getraut, ein Zeichen zu setzen. Mit ihrer Aktion wollten und wollen sie aufmerksam machen auf die Situation in der Pflege heute und morgen.

Zu wenig Mitarbeiter, zu wenig Zuwendung, sagen die Bewohner. Zu viel Bürokratismus, zu wenig Zeit für die Bewohner, sagen die Mitarbeiter. Und in gleicher Weise äußern sich die Bewohner und Mitarbeiter anderer Pflegeeinrichtungen, die am vergangenen Donnerstag in Essen und über Essen hinaus zu einer „Nachdenkaktion“ aufgerufen hatten.

In den zurückliegenden Jahren hat sich die „Pflegelandschaft“ gravierend verändert. In den Pflegeeinrichtungen wohnen heute schwerstpflegebedürftige, überwiegend dementiell erkrankte alte Menschen mit einem erheblichen Mehrbedarf an Pflege und Betreuung. Veränderungen in der Klientel haben in all den Jahren jedoch nicht zu einer Verbesserung des Personalschlüssels geführt. Im Gegenteil.

Wie in der Vergangenheit wird die Anzahl der Pflegekräfte durch die Festlegung der Pflegestufen definiert. Einstufungen in eine Pflegestufe aber sind heute mit einem äußerst umfangreichen Nachweisverfahren verbunden, an dessen Ende nicht einmal immer die an sich notwendige Pflegestufe steht. Das kostet Zeit. Zeit, die die Pflegekräfte nicht haben, denn ganz nebenbei haben sie noch einen Wust gesetzlicher Bestimmungen und Verordnungen zu bewältigen. Und dann sind da noch die Bewohner.

Mit dem Drehen an ein paar Stellschrauben ist es aber sicher nicht getan, die Situation in der Pflege zu verbessern. Auch Modellprojekte, runde Tische, Handlungsempfehlungen und 10-Punkte-Programme helfen auf Dauer nicht weiter.

Gesellschaft und Politik, Kostenträger und Aufsichtsbehörden und jeder einzelne sind aufgerufen, über Pflege und Betreuung alter Menschen in unserer Stadt und in unserer Gesellschaft (erneut) nachzudenken. Und zu handeln.

Soviel steht fest: Pflegekräfte befinden sich unter den gegebenen Bedingungen zunehmend am Ende ihrer Kraft. Sie wollen die Senioren pflegen, nicht die Bürokratie.

Nachdenkaktion in Bochum

Donnerstag, 8. September 2005

Drei Presseartikel über die Nachdenkaktion am Bochumer St. Marienstift: